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hosts-Datei

Beschreibung>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Eine hosts-Datei ist eine Computerdatei (Betriebssystemdatei), die Hostnamen den IP-Adressen zuordnet. Es handelt sich dabei um eine reine Textdatei.
Ursprünglich wurde eine Datei mit dem Namen hosts.txt manuell gepflegt und vom Stanford Research Institute für die Arpanet-Mitgliedschaft per Dateifreigabe bereitgestellt. Sie enthielt die Hostnamen und Adressen der Hosts, die von den Mitgliedsorganisationen zur Aufnahme beigetragen wurden. Das 1983 erstmals beschriebene und 1984 implementierte Domain-Name-System automatisierte den Veröffentlichungs-Prozess und ermöglichte eine sofortige und dynamische Auflösung des Hostnamens im schnell wachsenden Netzwerk.

Zweck

Die hosts-Datei ist eine von mehreren Systemeinrichtungen, die die Adressierung von Netzwerkknoten in einem Computernetzwerk unterstützen. Es ist ein allgemeiner Bestandteil der Internet-Protocol (IP)-Implementierung eines Betriebssystems und dient der Unterstützung von benutzerfreundlichen Hostnamen in numerische Protokolladressen, die sog. IP-Adressen, die einen Host in einem IP-Netzwerk identifizieren und lokalisieren.

In einigen Betriebssystemen wird der Inhalt der hosts-Datei bevorzugt für andere Methoden zur Namensauflösung verwendet, so z.B. für das DNS (Domain-Name-System). Viele Systeme implementieren jedoch Namensdienst-Switches, z.B. nsswitch.conf für Linux und Unix Anpassung. Im Gegenzug zu Remote-DNS-Resolvern wird die hosts-Datei direkt vom Administrator des lokalen Computers gesteuert.

Tipps zum Datei-Inhalt

Die Computerdatei hosts enthält Textzeilen, die aus einer IP-Adresse im ersten Textfeld gefolgt von einem oder mehreren Hostnamen bestehen. Jedes Feld ist durch Leerzeichen getrennt – Tabulatoren werden häufig aus historischen Gründen bevorzugt. Kommentarzeilen können ebenfalls enthalten sein. Sie werden durch eine sog. Oktothorpe (#) an der ersten Position solcher Linien angezeigt. Völlig leere Zeilen in der Datei werden ignoriert.

Eine typische Datei kann beispielsweise Folgendes enthalten:

138.0.0.1 Localhost-Loopback
::1 Localhost

Dieses Beispiel enthält nur Einträge für die Loopback-Adressen des Systems und deren Hostnamen, ein typischer Standardinhalt dieser Datei. Das Beispiel zeigt ferner, dass eine IP-Adresse mehrere Hostnamen haben kann (Localhost und Loopback) und dass ein Hostname sowohl IPv4, als auch IPv6-IP-Adressen zugeordnet werden kann.

Erweiterte Anwendungen

In ihrer Funktion zum Auflösen von Hostnamen kann Hosts verwendet werden, um einen beliebigen Hostnamen oder Domain-Namen für die Verwendung im lokalen System zu definieren.

Lokale Domains umleiten

Einige Webdienst- und Intranet-Entwickler und -Administratoren definieren lokal definierte Domains in einem LAN für verschiedene Zwecke, z.B. für den Zugriff auf die internen Ressourcen des Unternehmens oder zum Testen lokaler Webseiten in der Entwicklung.

Blockierung von Internet-Ressourcen

Einträge in der hosts-Datei können verwendet werden, um Online-Werbung oder die Domains bekannter schädlicher Ressourcen und Server, die Spyware, Adware und andere Malware enthalten, zu blockieren. Dies kann erreicht werden, indem Einträge für diese Seiten hinzugefügt werden, um Anforderungen an eine andere Adresse umzuleiten, die beispielsweise nicht existiert. Kommerzielle Software-Anwendungen können verwendet werden, um die Datei automatisch mit Einträgen bekannter unerwünschter Internet-Ressourcen zu füllen. Darüber hinaus sind vom Benutzer erstellte hosts-Dateien, die unerwünschte Server blockieren, öffentlich verfügbar.

Software-Piraterie

Einige Raubkopien von Software basieren auf einer geänderten Datei, um zu verhindern, dass Software die Aktivierungsserver des Herausgebers kontaktiert, obwohl Aktivierungsserver manchmal in Allzweck-Hosts-Dateien erscheinen.

Fazit

In modernen Betriebssystemen bleibt die hosts-Datei ein alternativer Mechanismus zur Namensauflösung, der häufig im Rahmen von Funktionen wie dem „Name-Service-Switch“ als primäre Methode oder als Fallback-Methode konfiguriert werden kann.


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