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Umlaut-Domain

Was ist eine Umlaut-Domain?

Eine Umlaut-Domain ist eine Internet-Adresse, die neben Buchstaben des lateinischen Alphabets und Ziffern auch Sonderzeichen, beispielsweise die deutschen Umlaute ä, ö und ü, den Buchstaben ß und weitere Zeichen enthalten darf. Umlaut-Domains werden deshalb auch Sonderzeichen-Domains oder IDN genannt. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff internationalized domain name (internationalisierter Domainname). Da die Verwendung einer Umlaut-Domain mit Nachteilen hinsichtlich der Reichweite durch einen beschränkten Nutzerkreis verbunden ist und technische Schwierigkeiten auftreten können, ist ihre Verbreitung gering. Der Anteil von IDN-Domains beträgt nur rund 4 % aller registrierten Domains.

Registrierungsstelle entscheidet über zulässige Zeichen

Grundsätzlich sind beinahe alle Zeichen aus dem standardisierten Unicode-Zeichensatz auch in einer Umlaut-Domain möglich. Eine Liste der IDN-kompatiblen Zeichen ist bei unicode.org verfügbar.

Allerdings heißt das nicht, dass alle Zeichen auch mit jeder Domain-Endung, der sogenannten Top-Level-Domain, eingesetzt werden dürfen. Darüber entscheidet die jeweilige Registrierungsstelle. Für .de-Domains ist es DENIC.

Nach der IDN-Zeichenliste von DENIC sind 93 Sonderzeichen erlaubt. Für die neuen Top-Level-Domains gibt es eigene Registrierungsstellen, zum Beispiel dotBerlin für .berlin. Sie haben ihre eigenen, oft stärker eingeschränkten Regelwerke.

Einsatz mit Risiken

Beim Einsatz von Umlaut-Domains ist besonders im gewerblichen Bereich eine Abwägung der technischen Nachteile und der Pluspunkte bei Verfügbarkeit und Lesbarkeit erforderlich.

Ein wesentlicher Vorteil der Umlaut-Domains ist, dass zum Start der Registrierung – für .de-Domains am 1. März 2004 – noch viele begehrte Namen vorhanden waren. Zuerst verkauft wurde übrigens öko.de, die aktuell auf eine andere Umlaut-Domain, säfte.de, weitergeleitet wird.

Ein weiterer Grund ist die bessere Lesbarkeit. Bäckerei Müller wirkt einfach vertrauter als Baeckerei Mueller, und Suessoelgefaess ist, falls es das Wort überhaupt gibt, nach Auflösung der Umlaute und der Ligatur ß kaum noch erkennbar. Allerdings ist es mit dem vertrauten Erscheinungsbild des Namens vorbei, wenn Umlaut-Domains in ein Internet-taugliches Format umgewandelt werden.

Mit Hilfe eines Konverters, wie er beispielsweise von DENIC bereitgestellt wird, kann man prüfen, was aus einer IDN-Domain wird, wenn man sie in eine sogenannte ASCII-kompatible Zeichenfolge (englisch ACE-String, ACE = ASCII Compatible Encoding) übersetzt.
https://www.denic.de/service/tools/idn-web-converter/

Aus der handlichen Adresse bäckerei-müller.de wird dann nämlich xn--bckerei-mller-bfb28a.de. Und das ist nun wirklich nicht mehr selbstsprechend. Eine solche Übersetzung von Umlaut-Domains ist aber nötig, etwa damit Verlinkungen funktionieren. Wäre das nicht der Fall, gingen möglicherweise Backlinks verloren oder die Inhalte würden in sozialen Medien nicht so häufig geteilt. Beides wirkt sich negativ auf Suchmaschinen-Rankings aus. Technische Schwierigkeiten sind trotz der Konvertierung nicht ausgeschlossen, weil manche Browser Umlaute oder das ß direkt bei der Eingabe in ae, oe, ue bzw. ss auflösen. Falsche Seitenaufrufe sind damit vorprogrammiert: neustrasse.de und neustraße.de führen zu gänzlich unterschiedlichen Webseiten.


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